Vita Markus Bäumler

Ich möchte mich Ihnen etwas ausführlicher vorstellen. 

Mein Name ist Markus Bäumler, ich bin 42 Jahre alt und verheiratet. Von Beruf bin ich Orgelbauer, technischer Fachwirt und Inhaber der BÄUMLER Orgelbauwerkstätte in Weiden. 

Zusätzlich zu meinem zeitintensiven Beruf bin ich seit dem Wintersemester 2020 Lehrbeauftragter für das Fach Orgelbau an der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg. Die Berufung an diese Traditionshochschule habe ich sehr gerne angenommen, da ich nicht zuletzt selbst einmal 2 Jahre dort unterrichtet wurde und die Ausbildung zum nebenamtlichen Kirchenmusiker (C) 1998 abschloss. 

Auch auf politischer Ebene engagiere ich mich neben meinem Beruf zum Beispiel für meine Heimatstadt als Stadtrat und stellvertretender Fraktionssprecher. 


Kindheit, Jugend und Kirchenmusik

Mein großes Interesse am Instrument Orgel wurde schon sehr früh geweckt. Bereits als kleiner Bub durfte ich sonntags immer neben der Organistin in meiner Heimatpfarrei sitzen und am Ende der Messe die Register der alten Orgel wieder „abschalten“. Als ich 12 Jahre alt war, wurde die Orgel in der Nachbarpfarrei, eine Klais-Orgel aus 1963 (und das in der tiefsten Oberpfalz), gereinigt und überholt. Ich verbrachte während dieser Zeit fast jeden Nachmittag in der Kirche und schaute den Orgelbauern über die Schultern. Mein Wunsch Orgelbauer zu werden war fast schon manifestiert! 

Gleichzeitig begann ich auch, Orgel zu spielen. Erst autodidaktisch und eigentlich auch mit Widerstand der Eltern, dann aber, nach dem ich die ersten Messen gespielt habe, bekam ich Unterricht bei einem hauptamtlichen Kirchenmusiker. Da der Unterricht natürlich einen gewissen Schub im liturgischen Spiel und im Literaturspiel brachte, verblasste der Wunsch Orgelbauer zu werden relativ schnell. Meine Eltern finanzierten darauf hin auch weiterführenden, theoretischen Unterricht und intensiveren Orgelunterricht. Ich wurde quasi auf das Studium vorbereitet. 

Orgelbau

Im Laufe der Jahre gewann aber der Wunsch Orgelbauer zu werden wieder die Oberhand was wahrscheinlich auch darauf zurück zu führen war, dass ich bereits mehrere Orgeln von Innen gesehen hatte und auch dem Orgelbauer immer beim Stimmen die Tasten gehalten habe. So schloss ich die kirchenmusikalische Ausbildung mit der Befähigung zum nebenamtlichen Kirchenmusiker ab und begann eine Ausbildung zum Orgel- und Harmoniumbauer. Diese schloss ich nach nur drei Jahren Lehrzeit bei der Firma Thomas Jann in Allkofen mit gutem Erfolg ab. Relativ schnell darauf begann ich dann freiberuflich zu arbeiten und schloss nebenbei die Teile II, III und IV der Meisterprüfung zum Orgelbaumeister ab.
 

Während meiner freiberuflichen Tätigkeit für verschiedene Firmen kam ich in Kontakt mit der schweizerischen Orgelbauwerkstatt Späth AG in Rapperswil. Dort wurde ein Werkstattleiter gesucht. Nach einer gewissen Bedenkzeit und einem Vorstellungsgespräch in der Schweiz sagte ich letztendlich zu, den Posten zu übernehmen. Diese Entscheidung habe ich nie bereut und denke gerne an diese zum großen Teil auch internationale Zeit im Schweizer Orgelbau zurück. 


5 Jahre Werkstattleitung in der Schweiz und am Niederrhein

Ein weiterer Meilenstein in meiner beruflichen Laufbahn folgte dann nach drei Jahren in der Schweiz. Ich folgte dem Angebot der Firma Romanus Seifert & Sohn in Kevelaer dort die Werkstattleitung zu übernehmen. Während meiner zwei Jahre am Niederrhein durfte ich die Werkstattarbeiten für die neue Orgel des Speyerer Domes leiten und begleiten. Eines meiner spannendsten Projekte meiner bisherigen Laufbahn. 

Näher zur Heimat

Trotz der vielen schönen Projekten zog es mich zurück in die Heimat. Eine Arbeitsstelle fand ich allerdings nicht ganz in der Nähe, sodass ich noch weitere eineinhalb Jahre nach Neudrossenfeld zu Baumgartner Orgelteile GmbH pendeln musste. Dort wurde ich mit dem hochinteressanten Arbeitsfeld des Spieltischbaus, der Herstellung von Klaviaturen und Orgelteile konfrontiert, was mir bis heute weiterhilft und mir auch immer wieder neue Ideen sowie kreative Lösungen bringt.

Selbständigkeit

Da das tägliche Pendeln wurde aber auch nach fast zwei Jahren mühsam und ich beschloss, mich erneut selbstständig zu machen. Allerdings wollte ich mich nicht mehr allumfassend im Orgelbau selbstständig machen, sondern lediglich noch Orgeln mit CAD konstruieren. Dazu absolvierte ich eine Zusatzausbildung zum CAD-Konstrukteur im 2D und 3D Bereich. 2013 machte ich mich dann mit einem Konstruktionsbüro für den Orgelbau wiederum erfolgreich selbstständig.

Nun ist es ja so, dass man niemals nie sagen soll. Es dauerte nicht lange und die ersten Anfragen für Orgelstimmungen, Reparaturen und Reinigungen kamen. Arbeit lehnt man als Selbstständiger ja nie ab und so ergab es sich, dass sich bis heute aus diesem Konstruktionsbüro die BÄUMLER Orgelbauwerkstätte entwickelt hat. Mit nunmehr 6 festen und einem freien Mitarbeiter sind wir junger und innovativer Betrieb mit weiterem Entwicklungspotential und natürlich auch mit weiterem Entwicklungswillen. Wir arbeiten CAD und CNC gestützt und sehen es als unsre Mission an, den Orgelbau auch ins 21. Jahrhundert zu bringen. 

In diesen wenigen Jahren seit der Gründung durften wir bereits viele interessante Projekte bearbeiten und umsetzen. Allen voran möchte ich die Sanierung der Orgelanlage in der Basilika Waldsassen (VI/103) nennen aber auch Projekte in Zusammenarbeit mit der Werkstäte für Orgelbau Mühleisen aus Leonberg, so zum Beispiel die Sanierung der Orgel in St. Wolfgang Regensburg (III/64) und zuletzt die Orgel der Pfarrkirche in Ettmannsdorf (III/32). Unter anderem sind wir auch für die Stimmung der Domorgel in Regensburg zuständig und führen diese in Absprache mit Rieger Orgelbau durch. Viele weitere kleine und große Projekte in der näheren und weiteren Umgebung haben wir in den letzten Jahren ausgeführt. Aktuell sanieren wir die Orgel der Pfarrkirche St. Andreas in München (III/40) und auch für das weitere und das nächste Jahr sind weitere Projekte beauftragt.

Zukunft der Orgel mit der GdO

Wie Sie sehen, habe ich mein Leben fast komplett der Orgel verschrieben. Und dies veranlasst mich eben auch, für den Hauptausschuss der GdO zusammen mit meinen Mitstreitern zu kandidieren. Die Orgelkultur weiter zu stärken und zu fördern ist unser gemeinsames Ziel. Denn es gilt, auch weiterhin dieses wunderbare Instrument in all seinen Erscheinungsformen zu erhalten und weiter zu entwickeln! 

 

Meine Intention für den Hauptausschuss der GdO zusammen mit Wolfgang Gourgé, Oliver Horlitz, Prof. Michael Gerhard Kaufmann und Prof. Martin Sturm gemeinsam zu kandidieren, ist einfach zu erklären:

 Mir als Orgelbauer ist es ein Herzensanliegen die Pfeifenorgel als Kulturgut und das klassische Instrument der christlichen Kirchen in all seinen vielfältigen Erscheinungsformen zu erhalten, kreativ weiterzuentwickeln, das Image des Instrumentes stets zu verbessern und die Orgel bei der jungen Generation wieder ins Bewusstsein zu rücken. 

Dies ist eine sicherlich große und wichtige Aufgabe, denn die Orgel hat es gerade als das Kircheninstrument schlechthin in Zeiten des abnehmenden Interesses am Glauben und an der Kirche nicht leicht im Bewusstsein der Menschen zu bestehen. Die rückläufigen Zahlen bei Kirchenbesuchern und auch Austritte sowie abnehmende Kirchensteuern verschärfen die Situation. 

Deshalb braucht es kreative und nachhaltige Lösungsansätze, diese Tendenzen zu stoppen und umzukehren. Meiner Meinung nach bietet die GdO dazu den notwendigen Rahmen, Raum und die Reichweite, um orgelinteressierte Menschen zu erreichen und deren Kreis zu erweitern. 


Ebenso ist es notwendig, nicht nur die ureigensten Interessen des Instrumentes selbst zu vertreten, sondern auch Brücken zu schlagen hin zu denen, die das Instrument Orgel mit Können, Leidenschaft und Emotion spielen, sei es der Profi- oder der Laienmusiker. Sie sind es, die das Instrument zum Leben erwecken und so mit der Musik den Geist und das Herz vieler Menschen berühren und erreichen. 

Auch dafür möchte ich einstehen und guten Kontakt zu Ausbildungsstätten und Hochschulen halten, pflegen und ausbauen. 


Zusammen mit meinen Mitbewerbern bitte ich um Ihr geschätztes Vertrauen und um Ihre Unterstützung! 

 

Markus Bäumler 

+49 961 470 53 930 

orgelbauer@orgelkultur-stärken.net